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Article: Zu Besuch in unserer Leder-Manufaktur: Warum gutes Leder Zeit braucht

Zu Besuch in unserer Leder-Manufaktur: Warum gutes Leder Zeit braucht

Letzte Woche waren wir wieder in Brandenburg bei unserer Leder-Manufaktur.

Solche Besuche sind für uns immer etwas Besonderes. Wir sehen unsere Taschen dort noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive – nicht nur als fertiges Produkt, sondern als das Ergebnis vieler kleiner Schritte, die lange vorher beginnen.

Dieses Mal haben wir uns deshalb besonders mit einer Frage beschäftigt: Woher kommt eigentlich das Leder für unsere Taschen?

Von der Weide bis zur Tasche

Unser Leder beziehen wir von einer familiengeführten Gerberei im Süden Deutschlands. Dort beginnt die Reise lange bevor aus dem Leder eine Lune, Ondine oder eine unserer anderen Taschen wird.

Die Häute werden über mehrere Wochen bei verschiedenen Höfen gesammelt. Das ist heute aufwendiger, als man vielleicht denkt. Viele kleinere Milchviehbetriebe haben in den vergangenen Jahren aufgehört, wodurch es zunehmend schwieriger wird, Häute in der Qualität und Menge zu beschaffen, die wir für unsere Taschen brauchen.

Unser Partner steckt deshalb viel Zeit und Arbeit in die Beschaffung. Und genau das ist etwas, das man einer fertigen Tasche natürlich nicht ansieht.

Drei Monate, bevor das Leder bei uns ankommt

Von der Bestellung bis zur Lieferung an unsere Manufaktur vergehen ungefähr drei Monate. Drei Monate, bevor überhaupt mit der eigentlichen Taschenproduktion begonnen werden kann.

Unser Leder wird pflanzlich gegerbt. Auch dieser Prozess braucht Zeit und lässt sich nicht beliebig beschleunigen.

Und ehrlich gesagt finden wir genau das schön.

Denn es erinnert uns daran, dass manche Dinge nicht dafür gemacht sind, schnell zu gehen.

Leder ist ein Naturmaterial

Wir verwenden bewusst hochwertiges Leder und möchten, dass es seine natürlichen Eigenschaften behalten darf. Deshalb kann eine Tasche kleine Unterschiede in der Struktur zeigen. Eine Stelle ist vielleicht etwas glatter, eine andere etwas stärker geprägt. Mit der Zeit verändert sich das Leder und entwickelt seine eigene Patina.

Das ist kein Fehler. Das ist Leder.

Genau diese kleinen Unterschiede machen für uns den Reiz eines natürlichen Materials aus. Keine Tasche gleicht der anderen zu hundert Prozent – und genau so soll es sein.

Warum wir nicht einfach mehr produzieren

Immer wieder sind bestimmte Modelle bei uns ausverkauft. Gerade dann könnte man sich fragen: Warum produziert ihr nicht einfach mehr?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir es nicht können – und auch nicht wollen.

Wenn das passende Leder nicht verfügbar ist, können wir nicht kurzfristig eine weitere Produktionsrunde starten. Und selbst wenn das Leder vorhanden ist, braucht die Herstellung ihre Zeit.

Das ist manchmal herausfordernd, besonders wenn viele Kundinnen auf eine bestimmte Tasche warten. Gleichzeitig ist genau das Teil unserer Vorstellung von Slow Fashion.

Wir möchten keine großen Mengen produzieren, nur damit immer alles sofort verfügbar ist. Wir möchten Taschen machen, die bewusst entstehen und die möglichst lange bleiben.

Deshalb gibt es bei uns Pre-Orders

Für einige unserer beliebtesten Modelle bieten wir deshalb Pre-Orders an.

Wenn eine Tasche regelmäßig ausverkauft ist, kannst du sie vorbestellen und dir damit ein Exemplar aus der nächsten Produktionsrunde sichern. Für uns bedeutet das eine bessere Planung – und für dich, dass du nicht darauf hoffen musst, bei der nächsten Lieferung noch eine Tasche zu erwischen.

Natürlich bedeutet eine Pre-Order auch, dass man ein bisschen warten muss. Aber vielleicht ist genau das ein schöner Gedanke:

Eine Tasche muss nicht sofort verfügbar sein, um die richtige zu sein.

Was wir von unserem Besuch mitnehmen

Wenn wir bei unserer Manufaktur sind, sehen wir unsere Taschen danach immer ein bisschen anders.

Wir sehen nicht mehr nur eine fertige Tasche. Wir sehen das Leder, das vorher bei einem Hof gesammelt wurde, die vielen Arbeitsschritte in der Gerberei, die Menschen, die das Material auswählen und vorbereiten, und die Hände, die daraus später eine Tasche machen.

Und wir sehen vor allem die Zeit, die dazwischen liegt.

Von der Weide bis zu deiner Tasche vergehen Monate.

Wir finden, das darf man wissen. Denn wir möchten Dinge machen, die nicht für eine Saison gedacht sind, sondern für viele Jahre.

Und vielleicht ist genau das der schönste Teil daran: Dass etwas Gutes manchmal einfach seine Zeit braucht.

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